Fair Wear Foundation
Die Fair Wear Foundation zertifiziert keine einzelnen Produkte, sondern überprüft und bewertet Bekleidungsunternehmen hinsichtlich ihrer Arbeitsbedingungen in der Lieferkette.
Was genau wird geprüft?
Die Organisation kontrolliert, ob Unternehmen ihre Verantwortung für faire Arbeitsbedingungen in Produktionsstätten wahrnehmen – vor allem in Ländern mit hohem Risiko für Ausbeutung. Grundlage ist der „Code of Labour Practices“, der u. a. umfasst:
- Keine Kinderarbeit
- Keine Zwangsarbeit
- Zahlung von existenzsichernden Löhnen (Living Wage – Ziel, nicht immer sofort erfüllt)
- Begrenzte Arbeitszeiten
- Sichere und gesunde Arbeitsbedingungen
- Vereinigungsfreiheit & Recht auf Gewerkschaften
- Keine Diskriminierung
Wie funktioniert die „Zertifizierung“?
Unternehmen werden Mitglieder der Fair Wear Foundation. Sie müssen ihre Lieferketten offenlegen und regelmäßig prüfen lassen.
Es gibt:
- Audits in Fabriken
- Beschwerdemechanismen für Arbeiter
- Jährliche Leistungsbewertungen (Brand Performance Check)
Am Ende steht kein klassisches Produktsiegel, sondern eine Bewertung der Marke (z. B. „Leader“, „Good“, etc.)
Was die Fair Wear Foundation nicht macht
- Keine Garantie für Bio-Materialien (z. B. wie bei Global Organic Textile Standard (GOTS))
- Keine Schadstoffprüfung (wie bei OEKO-TEX Standard 100)
- Kein Fokus auf Recyclinganteile (wie beim Global Recycled Standard (GRS))
Kurz gesagt
Fair Wear Foundation = „Werden die Menschen, die Kleidung herstellen, fair behandelt?“