Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zum Menü springen
 +43 316 832630     info@chic-ethic.at

Siegel und Zertifikate bei Chic Ethic

Bei Chic Ethic vertrauen wir auf einige wenige, anerkannte und nachvollziehbare Siegel und Zertifikate.

Warum gibt es überhaupt solche Siegel?

Siegel und Zertifikate sollen Kund*innen dabei helfen, bestimmte ökologische, soziale oder produktspezifische Eigenschaften eines Produkts besser einzuschätzen. Was grundsätzlich sinnvoll und hilfreich ist, wurde durch die Vielzahl an unterschiedlichen Kennzeichnungen allerdings immer unübersichtlicher. Nicht hinter jedem grünen Logo oder jeder Nachhaltigkeitsaussage steckt eine unabhängige Prüfung.

Irreführende oder unbelegte Nachhaltigkeitsversprechen werden als „Greenwashing“ bezeichnet. Greenwashing“ ist nicht nur irreführend, sondern auch enorm destruktiv, weil es das Vertrauen vieler Konsument*innen auch in jene Anbieter zerstört, die seit vielen Jahren ernsthaft und seriös für eine fairere und ökologischere Welt arbeiten. Deshalb ist es so wichtig, die einen von den anderen zu unterscheiden. Das Problem ist inzwischen so relevant, dass die EU mit der Richtlinie (EU) 2024/825 neue Regeln zum besseren Schutz von Verbraucher vor irreführenden Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen beschlossen hat.

Hier unsere zwei wichtigsten Tipps, um seriöse Siegel von wenig aussagekräftigen Nachhaltigkeitsversprechen zu unterscheiden:

1. Erkenne schwammige, nichtssagende Begriffe und Phrasen.

Bei vagen Aussagen sollten die Alarmglocken schrillen. Begriffe wie „umweltfreundlich produziert“, „aus nachhaltiger Produktion“, „ökologisch hergestellt“, „klimafreundlich“, „conscious“ oder „sustainable“ sagen zunächst wenig aus, wenn nicht erklärt wird, was genau damit gemeint ist und wie die Aussage überprüft wurde.

Achte stattdessen auf klare und nachvollziehbare Informationen. Bei einem Kleidungsstück wäre beispielsweise eine konkrete Materialangabe wie „97 % Bio-Baumwolle und 3 % Elasthan“ wesentlich aussagekräftiger als der allgemeine Hinweis „aus nachhaltigen Materialien“.

Noch besser ist die Kombination mit einer unabhängigen Zertifizierung, etwa GOTS. Das am Materiallabel des Kleidungsstücks  sichtbare GOTS-Label enthält neben Angaben zum Labelgrad auch die zugelassene Zertifizierungsstelle und eine Lizenznummer, über die das zertifizierte Unternehmen nachvollzogen werden kann.

2. Achte auf seriöse, geprüfte Siegel und Zertifikate.

Es gibt viele Logos und Grafiken, die wie unabhängige Siegel aussehen. Entscheidend ist aber nicht das Aussehen eines Logos, sondern wer die Kriterien festlegt, was genau geprüft wird und wer die Einhaltung kontrolliert.

Dabei ist auch wichtig zu wissen, welchen Bereich ein Siegel überhaupt abdeckt. Manche Zertifizierungen beziehen sich beispielsweise auf die biologische Herkunft von Fasern, andere auf ökologische und soziale Anforderungen entlang der textilen Lieferkette und wieder andere auf die Arbeitsbedingungen in den Lieferketten eines Unternehmens.

Wir orientieren uns deshalb unter anderem an unabhängigen bzw. öffentlich getragenen Label- und Informationsplattformen wie bewusstkaufen.at, labelchecker.de, siegelklarheit.de und labelinfo.ch.

Die meisten Textilprodukte bei Chic Ethic sind mit einem oder mehreren anerkannten Siegeln bzw. Zertifizierungen wie GOTS, Fair Wear oder FAIRTRADE versehen.

Bei Handwerksprodukten ist die Beurteilung etwas komplexer. Hier verlassen wir uns unter anderem auf die Überprüfung von Fair-Trade-Organisationen durch die World Fair Trade Organization (WFTO) sowie auf die Auswahl- und Kontrollsysteme der Fair-Trade-Importorganisationen, mit denen wir zusammenarbeiten. Dazu gehören beispielsweise EZA Fairer Handel, Contigo Fairtrade, El Puente und WeltPartner.

Unser Grundsatz.

Ein grünes Logo allein ist noch kein Beweis für Nachhaltigkeit. Entscheidend sind klare Kriterien, Transparenz und eine glaubwürdige unabhängige bzw. nachvollziehbare Kontrolle.

Organisationen und Siegel, denen wir vertrauen.

Folgend zeigen und beschreiben wir Organisationen und Siegel, denen wir vertrauen. 

World Fair Trade Organisation (WFTO)

Die World Fair Trade Organization (WFTO) unterscheidet sich von klassischen Produktsiegeln wie FAIRTRADE: Das WFTO Guarantee System zertifiziert nicht einzelne Produkte, sondern überprüft das gesamte Unternehmen und dessen Geschäftsmodell. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob eine Organisation die Prinzipien des Fairen Handels in ihrer gesamten Geschäftstätigkeit umsetzt. Dazu gehören unter anderem faire Handelsbeziehungen und Bezahlung, gute Arbeitsbedingungen, Transparenz, die Stärkung benachteiligter Produzent, Gleichberechtigung sowie der Schutz der Umwelt.
Die Überprüfung erfolgt im Rahmen des WFTO Guarantee Systems. Dieses wurde 2013 eingeführt und umfasst unter anderem eine Selbsteinschätzung, Monitoring-Audits, Verbesserungsmaßnahmen und weitere Überprüfungen. Die Einhaltung des WFTO Fair Trade Standards wird dabei regelmäßig überprüft und soll zu einer kontinuierlichen Verbesserung der Organisation beitragen.
Unternehmen, die den Überprüfungsprozess erfolgreich durchlaufen haben, erhalten den Status „Guaranteed Fair Trade Enterprise“. Sie dürfen das WFTO-Label auf ihren Fair-Trade-Produkten verwenden. Das Label steht damit nicht für die Zertifizierung eines einzelnen Produkts, sondern dafür, dass das dahinterstehende Unternehmen als Ganzes nach den WFTO-Prinzipien arbeitet.
Die WFTO ist ein globales Netzwerk von Fair-Trade-Organisationen. Zu den Mitgliedern gehören unter anderem Fair-Trade-Produzenten und Handelsunternehmen sowie Organisationen und Netzwerke, die sich für den Fairen Handel einsetzen. Die WFTO geht auf die 1989 gegründete International Federation for Alternative Trade (IFAT) zurück.
Der entscheidende Unterschied zu einem klassischen Produktsiegel: Bei FAIRTRADE wird die Einhaltung der entsprechenden Standards für konkrete Produkte bzw. Rohstoffe geprüft. Bei der WFTO steht dagegen das gesamte Unternehmen mit seinem Geschäftsmodell und seiner Lieferkette im Mittelpunkt.

Global Organic Textile Standard (GOTS)

Der Global Organic Textile Standard (GOTS) ist einer der weltweit führenden Standards für die Herstellung und Verarbeitung von Textilien aus biologisch erzeugten Fasern. Er verbindet ökologische Anforderungen mit sozialen und menschenrechtlichen Kriterien und umfasst die textile Lieferkette von der Verarbeitung der Bio-Fasern bis zum fertigen Produkt.
GOTS stellt unter anderem Anforderungen an die verwendeten Fasern, den Einsatz von Chemikalien, die Abwasserbehandlung und weitere Umweltaspekte. Gleichzeitig gelten für die zertifizierten Betriebe umfassende Anforderungen an Menschenrechte und soziale Arbeitsbedingungen.
Die Zertifizierung umfasst die verschiedenen Stufen der textilen Verarbeitung, beispielsweise Spinnerei, Weberei bzw. Strickerei, Färberei und Konfektion. Die Einhaltung der Anforderungen wird durch unabhängige, von GOTS zugelassene Zertifizierungsstellen kontrolliert. Die Zertifizierung basiert auf regelmäßigen jährlichen Audits; je nach Risikobewertung können auch unangekündigte Kontrollen durchgeführt werden.

GOTS-zertifizierte Produkte müssen mindestens 70 % zertifizierte Bio-Fasern enthalten. Je nach Anteil werden zwei wesentliche Labelgrade unterschieden:

  • „Made with (x%) organic materials“: Das Produkt enthält mindestens 70 % zertifizierte Bio-Fasern. Der genaue Anteil wird in der Kennzeichnung angegeben.
  • „Organic“: Das Produkt enthält mindestens 95 % zertifizierte Bio-Fasern. Die verbleibenden bis zu 5 % dürfen nur aus bestimmten, nach GOTS zugelassenen zusätzlichen Fasermaterialien bestehen.

GOTS ist dabei nicht auf Bio-Baumwolle beschränkt. Je nach Produkt können auch andere zertifizierte Bio-Naturfasern wie beispielsweise Bio-Wolle, Bio-Leinen oder Bio-Hanf verwendet werden.
GOTS wurde ab 2002 von vier Organisationen entwickelt:
dem Internationalen Verband der Naturtextilwirtschaft (IVN) in Deutschland, der Japan Organic Cotton Association (JOCA), der Organic Trade Association (OTA) in den USA und der britischen Soil Association. Ziel war es, bestehende Standards für ökologische Textilien zu einem international anerkannten Standard zusammenzuführen.
GOTS verbindet damit Anforderungen an die biologische Herkunft der Fasern mit strengen ökologischen und sozialen Kriterien entlang der textilen Verarbeitungskette.

Global Recycled Standard (GRS)

Global Recycled Standard Logo

GRS – der Global Recycled Standard – ist ein internationaler Standard für Produkte mit recycelten Materialien. Er legt nicht nur Anforderungen an den Anteil und die Herkunft der Recyclingmaterialien fest, sondern auch an die Rückverfolgbarkeit der Materialien entlang der Lieferkette, soziale und ökologische Praktiken sowie den Einsatz von Chemikalien.
Die Einhaltung der Anforderungen wird durch unabhängige, von Textile Exchange zugelassene Zertifizierungsstellen überprüft. Dabei wird die Lieferkette vom Recyclingmaterial bis zum zertifizierten Produkt kontrolliert.
Ein Produkt muss grundsätzlich mindestens 20 % recyceltes Material enthalten, um nach dem GRS zertifiziert werden zu können. Für die Verwendung des GRS-Produktlabels gilt eine höhere Schwelle: Das Produkt muss mindestens 50 % recyceltes Material enthalten.
Im Vergleich zu anderen Textilsiegeln liegt der Schwerpunkt des GRS jedoch eindeutig auf Recycling und der Rückverfolgbarkeit recycelter Materialien. GOTS geht weiter in Richtung ökologische und soziale Anforderungen entlang der textilen Verarbeitungskette. Bei Fairtrade wiederum stehen faire Handelsbedingungen und die Arbeitsbedingungen der Produzent*innen im Mittelpunkt.
GRS ist besonders aussagekräftig, wenn der Recyclinganteil und die kontrollierte Lieferkette im Vordergrund stehen. Für die Beurteilung eines Textils hinsichtlich ökologischer Materialien, Arbeitsbedingungen oder Fairness sind jedoch zusätzliche Kriterien bzw. andere Siegel erforderlich.

Fair Wear Foundation (FWF)

Die Fair Wear Foundation (Fair Wear) das Engagement von Textilunternehmen und Marken für faire Arbeitsbedingungen in ihren Lieferketten. SIe bewertet keine einzelnen Produkte. Im Mittelpunkt stehen dabei die sozialen Bedingungen in den Produktionsbetrieben.
Grundlage ist der Fair Wear Code of Labour Practices, der auf den grundlegenden Arbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO/ILO) und der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte basiert. Dazu gehören unter anderem das Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit, sichere und gesundheitsverträgliche Arbeitsbedingungen, das Recht auf Vereinigungsfreiheit und Kollektivverhandlungen sowie angemessene Arbeitszeiten und faire Entlohnung.
Die Mitgliedsunternehmen werden regelmäßig überprüft und hinsichtlich ihrer Maßnahmen und Fortschritte bei der Verbesserung der Arbeitsbedingungen bewertet. Ziel ist ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess entlang der gesamten Lieferkette.
Fair Wear bewertet keine Materialqualität und keine ökologischen Eigenschaften der Produkte. Kriterien wie der Einsatz von Biofasern, der Umgang mit Chemikalien oder die Umweltbelastung der Produktion sind daher nicht Bestandteil der Fair-Wear-Bewertung. Dafür gibt es andere Zertifizierungen wie beispielsweise GOTS (Global Organic Textile Standard), der ökologische und soziale Anforderungen an die Herstellung von Textilien miteinander verbindet.

Organic Content Standard (OCS 100)

Der Organic Content Standard (OCS) überprüft den Anteil zertifiziert biologisch erzeugter Fasern in einem Textilprodukt und stellt sicher, dass diese Materialien entlang der Lieferkette zurückverfolgt und dokumentiert werden können.
Beim OCS 100 müssen mindestens 95 % des Produkts aus zertifiziert biologisch erzeugten Fasern bestehen. Bis zu 5 % können aus anderen Materialien bestehen. Der OCS 100 ist dabei nicht auf Bio-Baumwolle beschränkt, sondern kann für unterschiedliche biologisch erzeugte textile Rohstoffe eingesetzt werden.
Der Standard verfolgt die Materialien entlang der Lieferkette und schafft dadurch Transparenz darüber, woher die verwendeten organisch erzeugten Fasern stammen und wie sie verarbeitet wurden. Die Einhaltung der Anforderungen wird durch unabhängige Zertifizierungsstellen überprüft.
Der OCS macht keine Aussagen über die sozialen Arbeitsbedingungen oder die allgemeine ökologische Nachhaltigkeit der Herstellung. Er konzentriert sich auf den Anteil und die Rückverfolgbarkeit der zertifiziert biologisch erzeugten Materialien. Für umfassendere ökologische und soziale Anforderungen gibt es beispielsweise den Global Organic Textile Standard (GOTS).

Fairtrade Labelling Organizations International (FLO)

Das FAIRTRADE-Siegel gehört zu den bekanntesten Nachhaltigkeits- und Sozialsiegeln weltweit. In Österreich ist das Siegel laut FAIRTRADE bei mehr als 95 % der Bevölkerung bekannt. Es kennzeichnet Produkte, deren Herstellung und Handel nach den international vereinbarten FAIRTRADE-Standards geprüft werden.
Die FAIRTRADE-Zertifizierung bezieht sich grundsätzlich auf Produkte bzw. einzelne Rohstoffe - im Gegensatz zur WFTO-Zertifizierung, bei der das gesamte Unternehmen hinsichtlich seiner Fair-Trade-Grundsätze überprüft wird. Deshalb können auch Unternehmen, die nicht ausschließlich fair handeln, einzelne Produkte mit dem FAIRTRADE-Siegel anbieten. Voraussetzung dafür sind die entsprechenden Lizenzvereinbarungen und die Einhaltung der geltenden FAIRTRADE-Standards. Die unabhängige Zertifizierung und Kontrolle der Lieferkette übernimmt FLOCERT.
Das FAIRTRADE-Siegel findet sich heute auf zahlreichen Produkten – insbesondere auf Lebensmitteln, aber beispielsweise auch auf Blumen und Baumwollprodukten. Für einzelne Rohstoffe wie Kakao, Zucker oder Baumwolle gibt es eigene FAIRTRADE-Rohstoff-Siegel. In diesem Fall bezieht sich die Kennzeichnung auf den jeweils angegebenen Rohstoff und nicht automatisch auf das gesamte Produkt.
Bei bestimmten Rohstoffen wie Kakao und Zucker kann außerdem der sogenannte Mengenausgleich angewendet werden. Dabei wird Fairtrade-zertifizierter Rohstoff während der Verarbeitung mit nicht zertifiziertem Rohstoff vermischt. Die für das Produkt benötigte Menge wurde dabei zwar nach FAIRTRADE-Standards eingekauft, der einzelne Rohstoff im fertigen Produkt ist jedoch nicht zwingend physisch rückverfolgbar. Eine entsprechende Kennzeichnung informiert darüber.
Das heutige FAIRTRADE-System geht auf die 1997 in Bonn gegründete Fairtrade Labelling Organizations International (FLO) zurück, die heute unter dem Namen Fairtrade International tätig ist.

EZA Fairer Handel

Das EZA-Logo ist kein unabhängiges Siegel, sondern das Markenzeichen der EZA Fairer Handel GmbH. Die EZA ist Österreichs größte Importorganisation für Produkte aus Fairem Handel und zählt zu den Pionierinnen des Fairen Handels in Österreich. Das Unternehmen wurde 1975 in Salzburg gegründet. Damit gehört die EZA zu den langjährig etablierten Organisationen der europäischen Fair-Trade-Bewegung.
Von Beginn an stand bei der EZA der direkte und langfristige Handel mit Produzent*innen im Globalen Süden im Mittelpunkt. Durch langfristige Handelsbeziehungen soll den Kleinbauernorganisationen und Handwerksbetrieben ein verlässlicher Zugang zu internationalen Märkten ermöglicht werden. Neben dem Einkauf unterstützt die EZA ihre Partner*innen unter anderem bei Produktentwicklung, Qualitätsfragen und der Weiterentwicklung ihrer Organisationen.
Auf Ebene des gesamten Unternehmens orientiert sich die EZA an den zehn Prinzipien des Fairen Handels der World Fair Trade Organization (WFTO). Deren Einhaltung wird im Rahmen des WFTO-Systems extern überprüft. Damit unterscheidet sich die EZA beispielsweise von einem Unternehmen, das lediglich einzelne Produkte mit einem Fairtrade-Produktsiegel anbietet.
Das EZA-Logo selbst ist daher kein Siegel, das die Eigenschaften eines einzelnen Produkts zertifiziert. Es steht vielmehr für die EZA als Fair-Trade-Unternehmen und ihre besondere Ausrichtung auf den Fairen Handel. Für einzelne Produkte können zusätzlich unabhängige Zertifizierungen wie FAIRTRADE oder Bio gelten.
Auch bei Chic Ethic führen wir Produkte der EZA Fairer Handel GmbH.

Handwerk aus Europa: EPV-Entreprise du Patrimoine Vivant | France

EPV Siegel

Das französische Label „Entreprise du Patrimoine Vivant“ (EPV) ist eine staatliche Auszeichnung für französische Unternehmen mit herausragendem handwerklichem oder industriellem Know-how. Es wird nicht für einzelne Produkte vergeben, sondern für das Unternehmen als Ganzes.
Seltenes und herausragendes Know-how
Das Unternehmen muss über besondere Fachkenntnisse verfügen, die nur von wenigen Unternehmen beherrscht werden. Dazu können traditionelle Handwerkstechniken ebenso gehören wie hoch entwickelte industrielle Verfahren. Auch die Ausbildung und Weitergabe dieses besonderen Know-hows spielen eine Rolle.
Besonderes wirtschaftliches Kulturerbe
Berücksichtigt werden beispielsweise seltene Maschinen, Werkzeuge, Modelle oder technische Dokumentationen, besondere Schutzrechte oder eine besondere Innovations- und Entwicklungskompetenz.
Französische Verankerung und Identität
Eine weitere Kategorie betrifft die geografische Verankerung, die Geschichte oder Bekanntheit des Unternehmens. Dabei kann beispielsweise die langjährige Ansiedlung an einem bestimmten Ort, eine historische Produktionsstätte oder die Verbindung des Unternehmens mit der kulturellen Identität einer Region eine Rolle spielen.
Anerkennung durch den französischen Staat
Das EPV-Label wird nach einem mehrstufigen Prüfverfahren vergeben. Dazu gehören unter anderem die Prüfung der Bewerbungsunterlagen und ein Besuch von Fachexpert im Unternehmen. Die Entscheidung erfolgt anschließend durch die zuständigen staatlichen Stellen. Das Label wird jeweils für fünf Jahre vergeben.
Was bedeutet das Label für Konsument?
Das EPV-Label steht für ein Unternehmen, das besonderes französisches handwerkliches oder industrielles Know-how bewahrt, weiterentwickelt und weitergibt.
Wichtig: EPV ist kein Bio-, Umwelt- oder Fair-Trade-Siegel und auch kein allgemeines Qualitätssiegel für einzelne Produkte. Ebenso bedeutet das Label nicht automatisch, dass sämtliche Produkte eines ausgezeichneten Unternehmens vollständig in Frankreich hergestellt werden. Es zeichnet vielmehr das Unternehmen und dessen herausragendes Know-how aus.
Kurz gesagt: Das EPV-Label steht für staatlich anerkannte französische Handwerks- und Industriekompetenz, besonderes Know-how und die Bewahrung eines wirtschaftlichen und kulturellen Erbes.

Vorsicht bei unternehmenseigenen Nachhaltigkeits- Kennzeichnungen

Neben wenigen unabhängig überprüften und transparenten Zertifizierungen gibt es zahlreiche unternehmenseigene Nachhaltigkeitskennzeichnungen. Sie werden von den jeweiligen Modeunternehmen selbst entwickelt und sind nicht mit unabhängigen Siegeln wie GOTS, Fairtrade oder OCS gleichzusetzen.
Solche Kennzeichnungen können durchaus konkrete Verbesserungen beschreiben. Entscheidend ist aber: Wer legt die Kriterien fest und wer kontrolliert deren Einhaltung? Werden die Angaben nicht von einer unabhängigen Stelle überprüft, handelt es sich nicht um eine unabhängige Zertifizierung.
Beispiele sind „Conscious Choice“ von H&M, „Join Life“ von Zara und „Wear The Change“ von C&A. Solche Begriffe und Logos können wie unabhängige Nachhaltigkeitssiegel wirken, sagen aber zunächst nichts über die Qualität oder Unabhängigkeit der zugrunde liegenden Kriterien aus.

Mit der neuen EU Richtlinie sind allgemeine Behauptungen wie „umweltfreundlich, klimaneutral, nachhaltig…“ nicht mehr erlaubt, wenn diese Behauptungen nicht mit Fakten belegt werden können. Ziel ist, den Wildwuchs von Werbeslogans, aber auch Bildern und Grafiken, die den Eindruck von „Umweltfreundlichkeit“ erwecken, deutlich einzudämmen. Ein weiterer Schwerpunkt des neuen Gesetzes liegt auch darin, die Verwendung von zweifelhaften Nachhaltigkeitssiegeln einzuschränken. Es werden zukünftig nur noch Nachhaltigkeitssiegel erlaubt sein, die von Behörden oder anerkannten Zertifizierungsstellen überprüft wurden. Private Nachhaltigkeitssiegel, hinter denen kein seriöses Zertifizierungssystem steht, soll es in Zukunft nicht mehr geben. Es ist eine mutige, wichtige Entscheidung der Europäischen Union für mehr Verbraucherschutz und Umweltschutz.

Unser Tipp: Nicht jedes grüne Logo ist ein seriöses Siegel - überprüfe es deshalb auf einer unabhängigen bzw. öffentlich getragenen Label- und Informationsplattform!

Hier sind Links zu Informationsplattformen, die wir empfehlen:

Erfahren Sie mehr!

Sie interessieren sich näher für die hier beschriebenen Labels, Siegel und Zertifizierungen?
Sie möchten mehr über unsere Arbeitsweise oder den Hintergrund unserer Produkte erfahren? Wir informieren Sie gerne. Rufen Sie uns an, schreiben Sie uns ein E-Mail oder schauen Sie in unserem Store in Graz am Tummelplatz vorbei, wo wir Ihnen gerne Auskunft geben.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!